Einwinterung und Winterkonservierung von Bootsmotoren und Antrieben

Kühlkreislauf

Arbeitsschritte

Ein funktionierender Kühlkreislauf ist entscheidend für die Leistungsentfaltung, einer lange Lebenszeit und geringen Verschleiß des Bootsmotors.
Nur bei der optimalen Motortemperatur entwickelt das Motoröl seine idealen Schmiereigenschaften und senkt so verschleißbedingte Schäden. Auch der Kraftstoffverbrauch kann bei der richtigen Betriebstemperatur so gering wie möglich gehalten werden.

Sollten Sie Fragen zu der Winterkonservierung des Kühlkreislaufs haben, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Seitenthemen:




Winterkonservierung von Seewasserkühlungen


Das Seewasser muss aus Motor und Antrieb entfernt werden.

Lösen Sie die Saugleitung vom Wendegetriebe bzw. vom Saildrive-Antrieb oder von der Innenseite des Aquamatikantriebes.
Verbinden Sie einen Schlauch mit der Saugleitung und führen Sie diesen in einen Eimer mit Süßwasser. Sorgen Sie dafür, dass das Frischwasser im System zirkulieren kann. Lassen Sie deshalb den Motor solange im Leerlauf laufen, bis er so warm ist, dass sich das Thermostat öffnet.

Schlamm und Salz müssen vollständig aus dem System gewaschen werden, um Rostbildung zu verhindern. Achten Sie darauf, dass die Wasserpumpe nicht trocken läuft.

Um Frostschäden zu vermeiden, muss der Kühlkreislauf entwässert werden.
Läuft hierbei nur unverhältnismäßig wenig Wasser ab, stochern Sie bitte mit einem Draht in den Hahn, da möglicherweise Schmutz vor der Ablauföffnung im Kühlkanal des Motorblocks sitzt.

Führen Sie nun zweckmäßigerweise den unter "Motor" beschriebenen Öl- und Ölfilterwechsel durch, weil es vorteilhaft ist, wenn danach der Motor noch einmal kurz läuft, während nach dem folgenden Arbeitsschritt die Maschine nicht mehr gestartet werden sollte.
Auch die Überprüfung der Seewasserpumpe und des Thermostaten ist zu diesem Zeitpunkt sinnvoll.

Informationen zu dem richtigen Thermostat, Ölfilter, Öl und Ölfüllmenge finden Sie in unseren Ersatzteilvorschlägen oder in der Betriebsanleitung Ihres Bootsmotors.

Saugen Sie zum Schluss ein 1:1-Gemisch aus Wasser und Glykol an. Diese Mischung bleibt im Kühlsystem. Sie ist Frostschutz und hat konservierende Wirkung.
Wichtig bei diesem Arbeitsgang ist, dass das Thermostat geöffnet ist. Können Sie, weil z.B. Ihre Yacht schon aufgeslippt ist, den Motor nicht richtig warmfahren, besteht die Gefahr, dass das Thermostat geschlossen bleibt und Sie lediglich die Auspuffanlage Ihrer Maschine, nicht aber diese selbst konservieren.
Deshalb unsere Empfehlung, den Motor vor Ansaugen des Glykol-Wasser-Gemisches zu entwässern, da dies eine Zwangsbefüllung des Kühlsystems bewirkt.
Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie auch das Thermostat ausbauen, den Deckel (Thermostatdichtung einlegen) wieder schliessen und die Maschine ohne Thermostat bei der Konservierungsprozedur laufen lassen.

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Winterkonservierung von Frischwasserkühlungen (Zweikreiskühlungen)


Motoren mit Frischwasserkühlung haben zwei getrennte Kühlkreise.

Abgassammelrohr, Ölkühler (nur bei grösseren Maschinen vorhanden) und Wärmetauscher sind seewassergekühlt.
Die Winterkonservierung wird hier wie zuvor bei der
Seewasserkühlung beschrieben durchgeführt.

Vergewissern Sie sich anhand der Betriebsanleitung Ihres Motors, ob, und wenn ja, wo die Maschine und das Getriebe mit Zinkanoden ausgerüstet sind. Überprüfen Sie diese und erneuern Sie sie, wenn mehr als ein Drittel der Anode fehlt.

Zylinderblock und Zylinderkopf sind frischwassergekühlt. Überprüfen Sie mit einem Glycol-Tester, ob das Frischwassersystem ausreichend Frostschutzmittel enthält. Da die Glycol-Mischung im Laufe der Zeit ihre schützenden Eigenschaften verliert, sollte sie alle zwei bis drei Jahre erneuert werden.

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Thermostat


Das Thermostat sorgt dafür, dass der Motor stets die richtige Arbeitstemperatur hält. Wenn Sie eine Temperaturanzeige im Instrumentenbrett haben, können Sie jederzeit selbst kontrollieren, ob der Motor mit der korrekten Betriebstemperatur läuft.

Es gibt eine Reihe von Gründen für überhöhte Betriebstemperatur. Eine naheliegende Möglichkeit ist jedoch ein zu spät oder garnicht öffnender Thermostat.

Sie können die einwandfreie Funktion des Thermostaten überprüfen, indem Sie ihn ausbauen und, zusammen mit einem Thermometer, in ein Gefäß mit kaltem Wasser legen.
Bei der anschließenden Erwärmung des Wassers sollte der Thermostat bei der eingeprägten Öffnungstemperatur öffnen. Außerdem sollte er, mit einer Zange in kaltes Wasser gehalten, auch wieder zügig schliessen.
Nur dann ist das Thermostat einwandfrei. D.h., ein Thermostat, das ständig geöffnet oder geschlossen bleibt, zu spät oder zu früh öffnet, ist defekt und muss erneuert werden.
Die beschriebene Funktionsüberprüfung, zusammen mit der Reinigung von Ablagerungen, empfiehlt sich, als Standardprozedur im Rahmen der Winterinspektion.


Den richtigen Thermostat für Ihren Bootsmotor finden Sie in unseren
Ersatzteilvorschlägen.

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Seewasserpumpe


Der Impeller der Kühlwasserpumpe pumpt das Kühlwasser durch die Kühlanlage des Motors.

Entfernen Sie vorsichtig den Deckel des Pumpengehäuses und ziehen Sie den Impeller heraus.
Detaillierte Arbeitsanweisungen entnehmen Sie bitte Ihrer
Betriebsanleitung

Prüfen Sie den Impeller jedes Jahr.
Ist er beschädigt oder abgenutzt, muss er erneuert werden. Vergessen Sie nicht, eine neue Dichtung einzusetzen, wenn Sie den Deckel wieder montieren.

Ein Impeller ist das typische "Muss-Ersatzteil", das Sie ständig in Reserve an Bord haben und ohne das Sie niemals auslaufen sollten.

Der Impeller einer trockenlaufenden Pumpe wird schon nach wenigen Minuten zerstört, und wie schnell wird die Kühlung durch eine treibende Plastiktüte, Seegras oder Schlick und Sand unterbrochen!

Den richtigen Impeller für Ihren Bootsmotor finden Sie in unseren Ersatzteilvorschlägen.

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Kühlwasserschläuche und Schellen


Für die Leistungsfähigkeit des Motors ist eine wirksame Kühlung besonders wichtig.

Kontrollieren Sie deshalb sorgfältig die Schläuche und Schlauchschellen der Kühlanlage. Vergewissern Sie sich bitte dass alle Teile in Ordnung sind. Erneuern Sie rechtzeitig alle Schläuche, wenn das Material seine Elastizität verloren hat.
Sie vermeiden so Pannen und aufwändige Reparaturen. Es lohnt sich nicht, auf Kosten der Sicherheit zu sparen.

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Bordwanddurchführung


Überprüfen Sie die Bordwanddurchführungen besonders sorgfältig und überzeugen Sie sich, dass alle Klemmen fest sitzen und keine Lecks auftreten.

Kontrollieren Sie auch, ob der Seewassereinlass frei ist.

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Kühlkanalreinigung


Sollten Sie verfestigte Ablagerungen im Kühlkreislauf bemerken, empfiehlt sich eine
chemische Reinigung der Kühlkanäle. Wir haben die hierfür erforderliche Vorgehensweise auf einem separaten Merkblatt zusammengestellt, das Sie gern kostenlos bei uns abfordern können.

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Hinweis zu Abholung/Ladengeschäft: nicht bei Schmidt & Seifert oHG in Salzhausen möglich, besuchen Sie hierfür bitte Schmidt & Seifert GmbH, Billwerder Ring 2, 21035 Hamburg. Geschäftszeiten: Montag-Freitag 10-18 Uhr.

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